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Fußball-Fieber: Nagelpilz kickt mit
Fuß- und Nagelpilz kann Fußballfreuden trüben. Die angesagte Sportart stellt auch beim Fußpilzbefall Rekordwerte auf.
Die aktive Beschäftigung mit dem Fußball gehört nach wie vor zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland. Auch Jugendliche begeistern sich für die Sportart. Doch der Sport mit dem Run auf den Ball hat auch seine Tücken zum Beispiel treten bei Fußballern übermäßig oft Fußpilzinfektionen auf.
Die Symptome zeigen sich häufig zwischen den Zehen und an den Nägeln der Großzehen, seltener im Bereich des gesamten Fußes. Studien zufolge leiden etwa 60% der Bundesligaprofis an Fußpilz. Eine Untersuchung an 144 Bundesliga-Erstligisten von 2001 ergab eine Befallsrate mit Nagelpilz von 43%!
Das Spiel dauert 90 Minuten - Füße im Dauerstress
Warum die Ballsportkünstler so oft betroffen sind, weiß Prof. Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin: Ständige Richtungswechsel beim Laufen, Ballstoppen und Weiterleiten, verschwitzte und enge Schuhe sowie gemeinsam benutzte Umkleideräume und Duschen bieten dem Nagelpilz den perfekten Nährboden", sagt der Experte. Auch auf Attacken des Gegners muss schnell reagiert werden und harte Schüsse bringen die besten Tore. So bestimmen diskontinuierlich durchgeführte Bewegungsabläufe mit vielen Stopps und Richtungswechseln sowie Sportantritte und Schussbewegungen das gesamte 90-Minuten-Spiel und die Trainingseinheiten. Dabei erreichen die Bälle Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h eine enorme Kraft also, die auf die Füße, und besonders auf die Nägel der großen Zehen, einwirkt.
Nicht verwunderlich ist es deshalb, dass beim Fußballspielen im Vergleich zu anderen Sportarten überdurchschnittlich oft Verletzungen an den Füßen auftreten. Meist sind es kleine Risse in der Haut so genannte Miniläsionen , die der Betroffene kaum wahrnimmt. Hinzu kommen Blutergüsse sowie Deformationen und Beschädigungen an den Nägeln als typische Schussverletzungen". Diese treten besonders an den oberen und seitlichen Nägelrändern der Großzehen auf. Die Verletzungen der äußeren Hautbarriere und der Zehennägel sorgen dafür, dass die Pilzerreger eindringen können. Eine Fuß- oder Nagelpilzinfektion nimmt ihren Lauf.
Auch zu enge Schuhe können den Nagelpilz begünstigen
Wie bei allen anderen Sportarten spielt natürlich auch beim Fußball das große Ansteckungsrisiko in Dusch- und Umkleideräumen eine Rolle. Dort lauern die Pilzerreger in rauhen Mengen. Und auch der eng geschnürte Fußballschuh ist ein Grund für das häufige Auftreten von Fuß- und Nagelpilzinfektionen, besonders, weil die Fußballerfüße über einen verhältnismäßig langen Zeitraum unter diesen Verschlussbedingungen verharren müssen und aufgrund der Dauerbewegung und starken körperlichen Anstrengung heftig Fußschweiß produziert wird. So ist Schweißabdunstung meist nicht in ausreichendem Maße möglich. Das feuchte Klima im Schuh führt zum Aufquellen der Haut, was Pilzerregern Eintritt verschafft.
Werden Pilzinfektionen nicht schnell behandelt, können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die Folge sein. Medienaufmerksamkeit erlangte 2001 der Fall des Hertha-BFC-Fußballstars Alex Alvers. Der gebürtige Brasilianer hatte eine Fußpilzinfektion verschleppt und sich dadurch eine schwere bakterielle Folgeinfektion eingehandelt. Erst nach mehrmonatiger Pause konnte der Bundesligastürmer wieder auf Torjagd gehen.
Angesichts dieser Zahlen und Fakten sollten Fußballer Profis wie Hobbykicker ihren Füßen mehr Aufmerksamkeit schenken, denn der gesunde und schusskräftige Fuß ist und bleibt des Fußballers größtes Kapital.



