Schöne Füße im Alter
Nagelpilz im Alter effektiv behandeln
Gerade bei älteren Menschen kommt eine Nagelpilzinfektion häufiger vor. Viele Senioren entdecken an sich die typischen Symptome, trauen sich aber aus Furcht vor der vermeintlich schmerzhaften Behandlung nicht zum Arzt. Dabei ist diese Angst völlig unbegründet, denn Nagelpilzinfektionen werden mit Salben, Tabletten oder Lack behandelt. Bei älteren Patienten können bisweilen spezielle medikamentöse Therapien nötig sein.
Grundsätzlich gelten für ältere Patienten bei Nagelpilz dieselben Therapiegrundsätze wie bei allen anderen Patientengruppen: Liegt eine Fuß- oder Nagelpilzinfektion vor, wird generell medikamentös behandelt. Eine chirurgische Entfernung des Nagels - eine früher weit verbreitete und sehr schmerzhafte Behandlungsmethode - wird heute nicht mehr angewendet.
Bei der medikamentösen Therapie stehen Präparate zur äußerlichen Anwendung wie Salben und Nagellacke (z.B. Batrafen) zur Verfügung. Daneben gibt es Medikamente in Tablettenform. Bei der Einnahme von Tabletten ist die Gefahr durch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen immer wesentlich größer als bei äußerlichen Anwendungen, weil das Medikament in den Stoffwechselkreislauf des Körpers gelangt. Dennoch ist die so genannte systemische Therapieform (Einnahme von Tabletten) manchmal der einzige Weg, den Nagelpilz vollständig und langfristig zu bekämpfen, weil nicht nur oberflächliche Krankheitsherde erreicht werden, sondern das Medikament im Körper aufgenommen und an alle Körperregionen verteilt wird. Dies kann besonders bei Pilzinfektionen in fortgeschrittenen Stadien nötig sein.
Braucht der ältere Mensch eine besondere Therapie?
Eine besondere Therapieempfehlung für ältere Patienten gibt es nicht. Doch liegen bei Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter oftmals mehrere Krankheiten nebeneinander vor, die mit einer Reihe von Medikamenten behandelt werden müssen. Werden die Medikamente in Form von Tabletten eingenommen, kann es leicht zu Wechselwirkungen zwischen anderen Präparaten und dem Medikament gegen die Pilzinfektion kommen, d.h. Wirkungsverstärkungen oder Abschwächungen können eintreten.
Zudem werden die Antipilzmittel in Tablettenform in der Leber verstoffwechselt und über die Niere ausgeschieden. Beide Organe sind also erheblichen Belastungen ausgesetzt, gerade wenn neben dem Fußpilz-Medikament andere systemische Medikamente zur Anwendung kommen. Daher kann es bei älteren Menschen mit verschiedenen Erkrankungen sinnvoll sein, dass der Arzt bei der Therapie von Nagelpilz auf Tabletten verzichtet und eine äußerliche Therapieform auswählt. Möglich ist dies, weil es heute bereits sehr effektive lokal anzuwendende Medikamente gibt.
Therapie kann sehr lange dauern
Eine äußerliche Behandlung ist jedoch generell nur dann angezeigt, wenn der ältere Patient so beweglich ist, dass er die örtliche Behandlung selbst durchführen kann oder wenn eine dritte Person helfend zur Verfügung steht.
Weiterhin sollten ältere Patienten beachten, dass bei ihnen Wachstumsgeschwindigkeit und Regenerationsfähigkeit der Nägel altersbedingt vermindert sind. Dies führt dazu, dass die ohnehin schon lange Behandlungsdauer bei Vorliegen einer Nagelpilzinfektion unter Umständen einen noch größeren Zeitraum in Anspruch nimmt.
Die Therapie muss ausnahmslos so lange durchgeführt werden, bis sich der Nagel einmal komplett erneuert hat, sonst besteht die Gefahr, dass die Infektion wieder aufflammt. Bei Zehennägeln dauert die komplette Erneuerung in der Regel etwa sechs Monate, bei älteren Patienten aus genannten Gründen oftmals viel länger.
Dr. D. Reinel: Onychomykose. In: Hausarzt 2004 55:143-149



