
Fußpflege
Nägel richtig kürzen
Eingewachsene Nägel sind schmerzhaft und können zu Entzündungen führen. Professionelle Hilfe gibt es in der podologischen Praxis. Doch ohne ein Umdenken bei der Wahl der eigenen Schuhe geht es häufig nicht ab.
Unsere Fuß- und Fingernägel sind von einer hufeisenförmigen Hautfalte, dem Nagelfalz, umgeben. Unter ungünstigen Bedingungen wie z.B. engem Schuhwerk oder falscher Nagelpflege kann es geschehen, dass die Nagelplatte in den seitlichen Nagelfalz hinein wächst. Schmerzen und Entzündungen sind die Folge. „Der eingewachsene Fußnagel gehört zu den häufigsten Problemfällen in der podologischen Praxis“, weiß Podologin Marion Siewert, die in Bonn neben ihrer Praxis gemeinsam mit Joachim Müller-Klink eine Fußpflegeschule betreibt.
Möglichkeiten der Behandlung
„Wir haben verschiedene Möglichkeiten, eingewachsene Nägel zu behandeln“, erläutert Müller-Klink. „In den meisten Fällen kann den Betroffenen bereits mit einer Tamponade, die vorsichtig seitlich unter die Nagelplatte geschoben wird, geholfen werden.“ Außerdem kommen verschiedene Schneid-, Schleif oder Modellagetechniken, Orthesen (Hilfsmittel zur Druckentlastung ) oder Spangen zum Einsatz. Der Podologe kennt unterschiedliche Spangenarten: Solche, die aus flachen Stahl- oder Kunststofffedern bestehen und andere, die aus Edelstahldraht gefertigt werden. Die Spangentechnik ist besonders bei stark eingerollten Nägeln das Mittel der Wahl. Denn die Spange übt einen ständigen, seitlichen Zug auf den Nagel aus, wodurch sein Wachstum korrigiert wird. „Alle vier bis fünf Wochen muss sie erneut angepasst werden. Mit einer Besserung kann nach einem bis sechs Monaten gerechnet werden.“, erklärt die Podologin Siewert.
Vorbeugen ist besser
„Bei vielen unserer Kunden ist zu enges Schuhwerk der Grund für das Einwachsen“, berichtet Müller-Klink. „Deshalb empfehlen wir, Schuhe zu kaufen, die bequem sind und weder auf die Nägel drücken, noch die Zehen zusammen pressen“.
Bei der Nagelpflege sollte darauf geachtet werden, dass die Nägel gerade und nicht zu kurz geschnitten werden, um dem Einwachsen vorzubeugen. Eine Nagelfeile gibt den letzten Schliff. Da sich Fußnägel wegen ihrer Dicke häufig schwerer schneiden lassen als Fingernägel ist es sinnvoll, vor der Pediküre ein Fußbad zu nehmen. Zusätze mit Meersalz oder ätherischen Ölen wie Rosmarin oder Lavendel fördern gleichzeitig die Durchblutung und machen das Fußbad zu einer echten Wohltat. Nach dem Fußbad müssen die Füße und insbesondere die Zehenzwischenräume gründlich abgetrocknet werden, damit sich Krankheitserreger wie z.B. Pilze gar nicht erst ansiedeln können. Besonders entspannend ist eine anschließende Fußmassage mit einer speziellen Pflegecreme.





