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Spezial: Diabetes

Oft verwechselt: Fußpilz vs. trockene Füße

Fuß- und Nagelpilzerkrankungen werden in den meisten Fällen durch denselben Erreger ausgelöst und treten oft zusammen auf. Diabetiker sind besonders anfällig. Doch gerade bei ihnen werden Pilzerkrankungen oft nicht richtig erkannt. Die Erkrankung wird in ihrer Gesamterscheinung häufig mit "trockenen Füßen" verwechselt.

Der Grund für die häufige Verwechslung liegt in der mangelnden Hautfeuchtigkeit und der eingeschränkten Schweißsekretion der Füße bei Diabetikern begründet Weil eine erheblich verringerte Schweißsekretion vorliegt, weisen Pilzerkrankungen der Füße und Nägel von Menschen mit Diabetes oft Besonderheiten auf. Die für das Erkennen der Erkrankung bedeutsamen Symptome wie Juckreiz und Rötung fehlen oft ganz und die trockene Schuppung tritt in den Vordergrund. Anders als beim Nichtdiabetiker fehlen oft die typischen Symptome einer Pilzinfektion wie Juckreiz, Rötung oder Schwellung.

Erschwerend kommt hinzu, dass "trockene Haut" tatsächlich eine allgemeine Begleiterscheinung einer Diabetes ist. Durch die Verminderung der Schweißsekretion verliert die Haut an Geschmeidigkeit und wird spröde und rissig. Da Diabetiker oft zusätzlich unter Nervenschädigungen an Händen und Füßen leiden, ist ihr Schmerzempfinden herabgesetzt. Mögliche Beeinträchtigungen durch den Pilzbefall spüren sie oft gar nicht und neigen somit ohnehin zur einer Bagatellisierung der Symptome.

Am häufigsten treten Verwechslungen auf, wenn Betroffene primär an Fußpilz vom Typ "Mokassin-Tinea" leiden. Befallen ist typischerweise ein Hautareal, das dem entspricht, welches von einem speziellen amerikanischen Schuh, dem Mokassin, bedeckt wird. Weil diese Krankheit generell einen eher gering entzündlichen Charakter aufweist, wird sie besonders oft als "trockene Füße" gedeutet. Die Auslöser der "Mokassin-Tinea", so genannte Dermatophyten, können auch die Nägel befallen und Nagelpilz auslösen.

Doch wie lässt sich ein Pilzbefall sicher erkennen? Schauen Sie genau hin. Im Anfangsstadium einer Nagelpilzinfektion verlieren die Nägel ihren Glanz. Trockene, spröde wirkende Nägel können auf Nagelpilz hindeuten. Zusätzlich treten lokale Verfärbungen am Nagel auf. Anfangs zeigen sich diese Symptome stark örtlich begrenzt. Zu unterscheiden ist ein Ausgangsbefall des oberen Nagelrandes, dort, wo der Nagel übersteht, von einem Befall, der an der unten befindlichen halbmondartigen Struktur des Nagels ansetzt und einem Befall, der an den Nagelseiten beginnt.

Bleibt die Infektion unbehandelt, breitet sich der Pilz immer weiter im Nagel aus. Im Verlauf der Infektion verdickt sich die Nagelplatte an den betroffenen Stellen, wird brüchig und kann den gesamten Nagel irreversibel zerstören.


Quelle: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/013-002.htm ; P. Mayser et al: Mykosen bei Diabetikern. Therapie und Prophylaxe
Autor: BSMO Redaktion
Stand: 20-02-2006




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