Nagelpilz-Behandlung
Nagelpilz in Schwangerschaft und Stillzeit
Viele Medikamente gegen Nagelpilz sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Was kann eine werdende oder junge Mutter gegen die Erkrankung tun?
Nagelpilz ist eine hartnäckige Erkrankung, die die Nägel unschön aussehen lässt und zudem deren Funktion einschränkt. In besonders schwerwiegenden Fällen (mehr als 70% des Nagels sind bereits durch den Pilz zerstört) müssen potente Medikamente in Form von Tabletten eingesetzt werden, um die Erkrankung zur Abheilung zu bringen. Was aber tun in der Schwangerschaft? Die Einnahme von Antipilz-Tabletten mit den Wirkstoffen Fluconazol oder Itraconazol sollte in der Schwangerschaft nicht erfolgen, da unerwünschte Arzneimittelwirkungen auch für das ungeborene Kind nicht auszuschließen sind.
Um jedoch eine weitere Ausbreitung des Nagelpilzes zu verhindern, müssen werdende oder stillende Mütter daher auf andere Mittel zurückgreifen. Sinnvoll ist es, die erkrankten Nägel bei einer medizinischen Fußpflege schleifen oder fräsen zu lassen. Damit wird pilzbefallenes Nagelmaterial mechanisch entfernt. Zusätzlich tritt eine sofortige kosmetische Verbesserung des vorher unansehnlichen Nagels ein. Keine Angst: Das Verfahren ist schmerzlos. Die schmerzhafte chirurgische Entfernung des gesamten Nagels wird heutzutage bei Nagelpilz nicht mehr empfohlen, da eine Verletzung des Nagelbettes durch die Prozedur bleibende Nagelwachstumsstörungen verursachen kann.
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!
Leider kann man durch die mechanische Entfernung des Nagels den Pilz nicht völlig eliminieren, da er sich im Nagelbett eingenistet hat, die den Nagel erst hervorbringt . Dort erreicht man ihn nur medikamentös. Das Auftragen eines medizinischen Antipilzlackes (z.B. Nagel Batrafen) ist eine lokale Methode zur Pilzbekämpfung. Mittels eines Pinsels wird der Lack aufgetragen. Die sich bildende Lackschicht versiegelt zum einen die Nägel, so dass eine Pilzausbreitung und eine Weitergabe der Infektion auf Andere quasi sofort gestoppt wird. Zum anderen setzt die Lackschicht einen Wirkstoff frei, der durch den Nagel bis zum Nagelbett wandert und die Pilze abtötet.
Wenn man die Packungsbeilage von Nagel Batrafen liest, stellt man fest, dass vor einer Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit gewarnt wird. Warum ist dies der Fall, wenn doch das Mittel lokal aufgetragen wird und nicht in die Blutbahn gelangt? Die Antwort ist, dass mit Schwangeren keine wissenschaftlichen Studien durchgeführt wurden. Daher gibt es auch keine Studienbelege dafür, ob der Wirkstoff beim ungeborenen Kind Schäden verursachen kann.
Nagel Batrafen ist weltweit im klinischen Einsatz. Über eine Beeinflussung des Fötus wurde nie berichtet. Der behandelnde Arzt wird darüber entscheiden, ob der Einsatz eines lokalen Antipilzmittels während der Schwangerschaft oder der Stillzeit angebracht ist.



